Sei nicht billiger sondern besser

Wer billiger kauft, kauft einfach billig!

Diese Erfahrung machte Timo vor einigen Wochen. Timo ist ein Freund und Geschäftspartner und wir kennen uns schon Jahre. Bisher habe ich alle seine Veranstaltungen unterstützt. Sei das mit einer kleinen PA und einem Micro oder eine Empfehlung für eine Party-Band für das Sommerfest.
Sein Feedback für meine Empfehlungen war immer positiv und es gab für mich eine gute Flasche Wein oder einen Gutschein zum Essen gehen.
Doch bei seiner letzten Veranstaltung nahm er nicht die Band, mit der er schon positive Erfahrungen gemacht hatte.

Diesmal kam alles ganz anders.

Ich bin Timo dankbar, für diese Geschichte. Was Timo am meisten ärgert ist das er als gestandener Unternehmer auf die „Billig Masche“ hereingefallen ist. Er hätte viel früher erkennen können, dass das nicht gut geht.
Nun gut, zur Geschichte.
Wie schon gesagt, Timo hat bisher immer mit 2 Bands zusammen gearbeitet. Absolute Profis und es gab nie irgendwelche Beanstandungen.
Dieses mal hat sich Timo von einem seiner Mitarbeiter, der in der Produktion arbeitet, eine Band aufschwatzen lassen, die das Ganze für weniger als Hälfte der Gage macht,  jedoch genau so professionell. Der Mitarbeiter kannte die Musiker und sie kommen aus der Gegend.
Natürlich freute sich Timo, das gleiche Produkt für den halben Preis zu bekommen. Das ist ein gutes Geschäft.

Du ahnst es schon.

Dieser Abend, beziehungsweise alles was mit dieser Band zu tun hatte, war ein Reinfall.
Timo hatte, da er mich kannte und ich ihm ein paar Tipps gegeben habe, wie er mit Bands umgehe sollte, schon ein paar Erfahrungen. Er forderte von der Band einen Vertrag.

Die Band schickte einen Vertrag.

Der Vertrag sah aus, als ob das die Kopie, einer Kopie von einer Kopie einer anderen Band ist. Von den anderen Bands war er etwa anderes gewohnt. Eine genaue Aufstellung aller Posten wie Licht, Musiker, PA, Technik usw. und den dementsprechenden Preis.

Eine von den Bands forderten sogar eine Anzahlung von 10%. Was für Timo kein Problem darstellt, da er selbst, wenn ein Auftrag ein gewisses Volumen überschreitet, eine Anzahlung verlangt.
Da fällt mir ein als ich beim Optiker war und mir eine Brille machen lies, wollte er auch eine Anzahlung.
An diesem Abend war die Band, genauso wie ihr Vertrag, eine schlechte Kopie, einer Kopie, einer Kopie.
Selbst Mitarbeiter aus seinem Betrieb empfanden die Band einfach als schlecht. Der Sound war schrill und das Licht unterstützte die Stimmung der Musik nicht. Timo hatte das Gefühl das die Band überfordert war.
Ich fragte Timo, ob er mir eine Liste machen könnte was denn der Unterschied zwischen den Bands war und natürlich ist.

Die Liste schrieb er mir.

Er bestand allerdings darauf, das weder seine Firma noch die Namen der Bands genannt werden. Ich bin Timo dankbar, für diese Liste, denn es ist äußert hilfreich für dich als Band und Musiker, einmal die andere Seite zu sehen.

Hier nun die Liste:

Ansprache: Von der billigen Band, kam nachdem sie den Auftrag erhalten haben, nichts. Nur ein Danke am Telefon. Sie meldete sich nochmal, eine Woche vor dem Gig, um zu fragen wann sie aufbauen können.
Nachdem die Profiband die Zusage erhielt, diesen Gig zu spielen, kam natürlich ebenfalls ein Dankeschön am Telefon. Allerdings bekam Timo 3 Tage später eine  E-Mail, in der sich die Band nochmals bedankte und das sich in den nächsten Tagen jemand meldet, um die Einzelheiten zu besprechen. Dieser Anruf bekam Timo 3 Tage später.

Die fragen die Timo beantworten sollte, brachten selbst ihn zum Nachdenken. Zum Beispiel die Frage nach einem Motto für den Abend. Bühnengröße – Stromanschluß – weitere Mikrofone für Redner – usw.
Nach einer Woche hatte Timo alle Informationen, zur Beantwortung der Fragen, zusammen. Daraufhin schickte die Band einen Kostenvoranschlag und eine Auftragsbestätigung. Der Vertrag ließ nicht lange auf sich warten und Timo unterschrieb den Vertrag.

Das Event: Die billig Band kam am selben Abend 3 Stunden vor dem Auftritt und baute auf. Hier hatte Timo sofort das Gefühl das der Gig für diese Band 2 Nummern zu groß ist. Denn sie musste sich eine Kabeltrommel ausborgen. Die Band suchte keinen Kontakt zu Timo. Sie sprachen nur mit dem Techniker der Firma. Erst nach der Veranstaltung kam ein Bandmitglied zu Timo, um die vereinbarte Gage in bar zu erhalten. Nicht einmal eine Quittung konnte die Band ausstellen. Doch darauf bestand Timo und lies eine Quittung erstellen. Ohne eine Quittung kann er die Aufwendung nicht bei der Steuer geltend machen.

Mit der anderen Band wurde vereinbart das sie, sobald es möglich ist, mit dem Aufbau beginnen.
Da das schon am Vorabend möglich war, wurden am Abend zuvor schon Teile angeliefert und aufgebaut. Am nächsten Morgen ging es weiter und am Nachmittag stand alles. Der Techniker der Band ging mit Timo den Ablauf durch. Wann was auf der Bühne passiert und wie viele Mikros gebraucht werden. Die restlichen Musiker der Band kamen ca. 3 Stunden vor dem Gig und begrüßten Timo persönlich und bedanken sich noch mal für den Auftritt.

Licht und Ton: Das wurde von der einen Band, alles von der Bühne aus, gesteuert und kam einfach billig rüber. Der Sound war, wie schon gesagt, schrill und nicht ausgewogen. Sprechermikro war das der Sängerin und passte nicht zu Timo´s  Stimme. Die  Mitarbeiter hatten Probleme ihn zu verstehen.

Die andere Band: Professionelles Licht, das vom Techniker aus gesteuert und der Stimmung angepasst wurde. Der Sound war einfach gut, es fiel mir nichts auf und das ist doch ein gutes Zeichen ..oder?  Und bevor ich auf die Bühne ging, um meine Rede zu halten, bekam ich vom Techniker ein Mirko in die Hand und die Anweisung in das Micro zu sprechen, wie wenn ich ein Eis esse. Alle Mitarbeiter konnten mich gut verstehen.

Nach der Veranstaltung und dem Abbauen verabschiedeten sich die Bands. Die eine Band bezahlte ich bar. Die andere schickte mir eine ordentliche Rechnung.
WOW… ich weiss nicht wie sie es rausgekommen haben, wann ich Geburtstag habe, denn zu meinem Geburtstag bekam ich eine Karte.

So und nun willst du wissen wie viel Geld die eine Band bekommen hat und wie viel die andere. Die eine Band bekam 1200€ die andere 4380€.

Timo hat das letzte Wort:
Ich als Unternehmer bin gerne bereit für hervorragende Qualität Geld zu bezahlen. Billig ist billig. Ja und ich hätte mir eigentlich denken können das eine Band, die für meine Veranstaltung 1200€ verlangt, nicht meinen Erwartungen entspricht. Denn diese Band kennt ihren Wert nicht und hatte keine Ahnung wie sie mit Kunden umzugehen hat.

Ich kenne Jürgen schon lange und schätze seine  Professionalität, Ideen und Kreativität. Lerne von ihm, deine Band aufzubauen. Mach gute Musik und vernachlässige dein Marketing nicht.

Danke an Timo für diese Geschichte und seine Zeit, sich mit mir hinzusetzen und sie aufzuschreiben. Ich hoffe es ist mir gelungen aus dem Gespräch mit Timo eine anschauliche Geschichte zu zaubern.

In diesem Sinne:  Sei nicht billig sondern besser. Denn nur dann kannst du Geld verlangen.

DANKE für deine Zeit. Ich bin begeistert, dass du den Artikel gelesen hast.

Hey, ich mag auch keinen Spam. Deshalb gebe ich deine E-Mail Adresse nicht weiter. Versprochen!

FOR A BETTER BUSINESS

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Foto: pixabay


2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Jürgen,

    Ich bin da total bei dir. Was ich festgestellt habe, ist, dass es eine Flucht zur Qualität gibt. Es gibt Unmengen an Dingen umsonst oder total billig, entsprechend ist oft die Qualität. Viele Leute haben die Schnauze voll davon und sind herzlich gerne bereit richtiges Geld in die Hand zu nehmen und für echte Qualität entsprechend zu bezahlen.

    Diese Leute sind heilfroh, wenn jemand kommt und sagt „Hey ich habe genau das was du brauchst und biete dir dazu noch einen super Service.“

    Die Antwort ist dann „Juhuuu. Wo hast du nur gesteckt? Hier, nimm mein Geld!“

    Das erlebe ich immer wieder im Unterricht, dass mir Leute sagen „Endlich erklärt mir das mal jemand so, dass ichs auch verstehe!“ Ich bin in Berlin vielleicht der teuerste Basslehrer aber die Leute bezahlen gerne.

    Schöne Grüße,
    Denis

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