Damals war alles besser im Musiker-Business


"Damals zu deiner Zeit, Jürgen, da war alles besser! Da konnte man noch als Musiker Geld verdienen. Heute geht das gar nicht mehr", so die Aussage eines Musikers.

Auf meine Nachfrage, welche Zeit er denn meint und was denn alles besser gewesen sei, kamen folgende Punkte:

  • Meine Zeit (ab 1992)
  • Es gab mehr Gigs
  • Man konnte reich und berühmt werden
Damals
AXP als Vorgruppe von Saga

Ich dachte eine Weile darüber nach und fragte mich, ob meine Zeit wirklich eine bessere Zeit für Musiker war. War das wirklich eine Zeit, in der man als Musiker reich und berühmt werden konnte?

Ja, das stimmt. Doch konnte man das zu jeder Zeit. Nur die Umstände waren nicht die gleichen. Selbst die Beatles brauchten 4 Jahre bis zu ihrem Durchbruch. Dann waren sie immer noch nicht reich. Reich wurden die Beatles erst als sie die Geschäfte selbst in die Hand nahmen.

Die Aussage, dass es mehr Gigs gab, kann ich gar nicht so richtig beantworten. Ich kannte damals viele Musiker, die jammerten, dass es zu wenig Gigs gab. Ich hatte immer genügend Gigs und es kam sogar vor, dass ich eine Anfrage ablehnen musste da ich schon anderweitig gebucht war.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass dieses … „Damals-war-alles-besser-Gerede nur eine Ausrede ist, um sich nicht um sein Musiker-Business zu kümmern. "Damals war alles anders" - Ja, das ist die richtige Aussage und ich glaube, in dieser Zeit habe ich vieles als Musiker richtig gemacht. Das war zum Beispiel:

  • Ich beherrsche mein Instrument auf einem gewissen Niveau.
  • Ich bin zuverlässig und pünktlich.
  • Ich kann auch mit einer Band spielen, von deren Musik ich nicht gerade ein Fan bin. Ok, ich gestehe - ich habe volkstümliche Musik gespielt, denn die Gagen waren super.
  • Ich war sehr gut vorbereitet für Proben und Gigs.
  • Ich pflegte und kümmerte mich um mein Equipment.
Damals
DRUKK mit Hendrik Böttcher

Was ich nicht hatte, war ein Blick für den Markt, der sich rasend schnell durch digitale Produkte und das Internet veränderte. Ja, und bevor ich realisierte, was da passierte, war ich als Life-Musiker nicht mehr gefragt.

Um es noch deutlicher zu sagen: Ich war zu teuer. Denn aus der Sicht eines Veranstalters oder Clubbesitzers, der seinen Umsatz durch das Verkaufen von Getränken generiert, ist der DJ um einiges preisgünstiger. Da konnte ich mit einer vierköpfigen Band nicht mithalten.

Folgende Eigenschaften solltest du heute als Musiker mitbringen:

  • Täglich üben um dein Instrument zu beherrschen.
  • Denke professionell. Werde auf jedem Gebiet immer besser und mit deinen Talenten und Fähigkeiten hervorragend. Manage deine Schwäche und stärke deine Stärken
  • Arbeite an deinen Zielen und mache dir Pläne diese umzusetzen. Finde eine Struktur für deine täglichen Aufgaben und arbeite diese produktiv, effizient und ergebnisorientiert ab.
  • Sei dir klar, was deine Arbeit wert ist. Wie hoch ist dein Stundenlohn?
  • Sei pünktlich. Das ist für dein Musiker-Business sehr wichtig, denn mit Pünktlichkeit zeigt du, dass du die Zeit anderer Personen wertschätzt. Geschäftspartner und Bandkollegen nehmen dich als vertrauenswürdig und zuverlässig wahr. TIPP: Wie fühlst du dich und was denkst du über Menschen, die zu spät kommen?
  • Mach nicht alles selber! Hole dir Hilfe auf Gebieten, die nicht so spannend sind wie deine geniale Musik. Bevor du dich mit der Steuererklärung rumquälst und Stunden brauchst, um diese Formulare auszufüllen, zahle besser ein paar Euro für eine Steuerberatung. Engagiere professionelle Dienstleister für dein Musiker-Business: Booking Agenturen, Musiklabels, Promotion Agenturen.
  • Beobachte den Markt! Wie entwickelt er sich? Was passiert in anderen Branchen? Gibt es Möglichkeiten einer Kooperation?
  • Kümmere dich um dein Geld! Stell dir die Frage: Wie kann mein Geld für mich arbeiten? Vielleicht gehörst du auch zu den Musikern, die über Geld nicht reden. Natürlich sollst du auch nicht jedem auf die Nase binden, was du verdienst. Die Frage, wie ich mein Geld für mich arbeiten lasse, durfte ich mir ebenfalls beantworten. Durch meine Erziehung hatte ich kein gutes Verhältnis zum Geld Meine Eltern sagten mir immer negative Glaubenssätze über Geld. "Das können wir uns nicht leisten" - "Geld wächst nicht auf Bäumen" - "Alle Reichen haben betrogen und sind Abzocker" usw. Als ich jedoch diese Glaubenssätze überprüfte, kam ich zu ganz anderen Ergebnissen. Ich weiß noch als ein sehr wohlhabender Geschäftspartner zu mir sagte: Behandle Geld wie einen sehr guten Freund und es wird deine Nähe suchen. Als Unternehmer, der du als Musiker bist, hast du natürlich Möglichkeiten deinen Vermögensaufbau noch steuerlich geltend zu machen.

Wie war das? Damals war alles besser? Nein! - Diese Aussage (Ausrede) bringt dich in deinem Musiker-Business nicht voran. Mit ihr kannst du nur all dein Nichtstun entschuldigen.

Heute ist dein Tag, an dem du der Beste bist, der du sein kannst. Ich glaube, wenn du offen bleibst für Möglichkeiten, wirst du Chancen sehen, wo andere nur Hindernisse sehen. Vertraue auf deine geschäftliche Intuition und gehe ein kalkulierbares Risiko ein. Falls dann doch mal was schief geht (und das wird passieren), lerne etwas aus dieser Lektion.

Schreibe mir deine Erfahrungen! Oder kennst du Musiker, die immer noch in der Vergangenheit leben und nur jammern?

Noch ein TIPP: Trenne dich von diesen Menschen, denn sie verhindern deinen Erfolg.

DANKE für deine Zeit. Ich bin begeistert, dass du den Artikel gelesen hast.

Hey, ich mag auch keinen Spam. Deshalb gebe ich deine E-Mail Adresse nicht weiter. Versprochen!

FOR A BETTER BUSINESS
Jürgen

 



Foto: Privat mit Lorenzo Petrocca, Hendrik Böttcher  Beitragsfoto:  Fotomoment Volker Henkel


2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke erstmal für die Tipps!
    Eine Kritik habe ich allerdings zu dem Punkt, an dem Du dazu rätst, nicht alles selber zu machen. Dem stimme ich grundsätzlich zu, aber gerade Booking-Agenturen und Labels interessieren sich ja für einen Künstler erst ab dem Punkt, wenn es schon läuft, wenn von ihm ein Gewinn zu erwarten ist. Eine Booking-Agentur möchte nur Künstler betreuen, nach denen schon eine rege Nachfrage besteht, sonst kommt ja gar keine Provision rein. Vorher muss man noch selber ran.
    Oder gibt es Booking-Agenturen, die man einfach pauschal bezahlen kann und buchen dann munter drauf los, egal ob man vorher noch nie ein Konzert gespielt hat? Würde mich interessieren.
    Trotzdem, wie gesagt, ich stimme zu, dass man Aufgaben abtreten sollte. Meiner Erfahrung nach können das auch Dinge wie „CD-Cover gestalten“, „Video schneiden“ oder „Aufnehmen“ sein. Das macht alles Spaß und ist zunächst mal auch künstlerisch, aber es gibt immer Leute, die das besser/professioneller können.
    lg Anton

    1. Hallo Anton,
      Danke für deine Kritik und Lob. Ja, du hast vollkommen recht Booking Agenturen arbeiten wie du beschrieben hast. Ich dachte an unsere „Booking Agentur“. Das war die Mutter des Sängers die sich in die Materie eingearbeitet hatte und riesigen Spaß dabei hatte. Frag doch mal in deinem Bekanntenkreis oder Fans, ob sich jemand damit beschäftigen will. Viel Erfolg

      Liebe Grüße
      Jürgen

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