Musiker kein Unternehmer

Es ist nun genau 14 Tage her an dem der 2. Teil des Podcast bei „delamar“ veröffentlicht wurde. Ich bekam einige E-Mails des Lobes und wie soll es anders sein, der Kritik. Besser gesagt Feedback zu den angesprochenen Themen.

Ich bin doch Musiker und kein Unternehmer

Ehrlich gesagt, kann ich diese (blöde) Aussage nicht mehr hören. Denn ich, und das ist nur meine Erfahrung, in Jürgens kleiner Welt, sagen das immer Musiker, die nicht bereit sind sich zu verändern. Musiker die immer nur jammern, wie schlecht alles ist. Musiker die immer anderen die Schuld geben für ihre Situation. Musiker die Projekte anderer sofort nieder reden, doch selbst noch kein einziges Projekt durchgezogen haben.  Sorry… das musste jetzt raus.

Mein Tipp: Halte dich fern von denen.

Du willst den ganzen Tag Musik machen und andere sollen sich um Gigs, dein Booking, deine Homepage und den ganzen Kram kümmern? Es gibt bestimmt viele Musiker die so leben können.

Jemand, der sich um dein Booking oder deine Homepage kümmert ist in der Regel ein Unternehmer und er möchte, genau wie du, für seine Arbeit bezahlt werden. Wie viele Gigs darfst du spielen um deinen Manager, die Roadies und deine Steuerberaterin zu bezahlen?
Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich bin auf deiner Seite und ich möchte auch gerne den ganzen Tag Musik machen und mich mit anderen Musikern austauschen.

Es war einmal…

vor langer langer Zeit, da gab es Plattenfirmen, die dir einen Vertrag angeboten haben. Einen Vertrag auf die Zukunft. Das sie in Zukunft mit dir und deiner Musik Geld verdienen werden. Dieses Modell funktionierte gewinnbringend, solange viele Tonträger verkauft wurden. Dieser Markt ist heute sehr gering.

Download und Streaming sind die neuen Märkte.

Heute suchen große Labels nach Musikern und Bands, die in der Lage sind, eine Halle in einer fremden Stadt mit 300-500 Menschen zu füllen. Dann bist du mit deiner Band interessant. Den Vorschuss, der früher von den Platten-Labels bezahlt wurde, musst du heute selbst erbringen. Nicht in Form von Geld, sondern in Form von unternehmerischer Arbeit. Wenn du es schaffst diese Halle zu füllen, dann wissen sie, was du alles schon geleistet hast. Sie wissen, was du unternehmerisch drauf hast. Wie du denkst. Wie du mit Rückschlägen umgehst und wie du dich und deine Band motivierst.

Das ist das, was dich von der Masse unterscheidet.

Du hast durchgehalten und warst bereit Dinge zu tun, die andere Bands nicht bereit sind zu tun. Jetzt brauchst du keinen Major-Deal mehr, denn du weisst wie es geht. Was können sie für dich tun, was du nicht selbst tun kannst. Denn wenn du es wirklich schaffst, die Halle mit 500 Menschen zu füllen, dann kannst du das auch mit 1000 oder 5000.



Nun zurück zu unsere Aussage: "Ich bin doch Musiker und kein Unternehmer."

Ich sag es mal pragmatischer.

Geh mal auf die Bank und bezahle deine Rechnungen mit Musik.

Die wollen Geld sehen und deine Aufgabe ist es, mit deiner Musik, die du liebst, dieses zu verdienen. Ich glaube jeder Unternehmer hat Aufgabenbereiche, die ihm Spaß machen und welche die gemacht werden müssen.
80% unserer Bevölkerung machen einen Job, der ihnen kein Spaß macht und davon haben 50% innerlich gekündigt. Du machst einen Job, der dir Spaß macht und ja es gibt am Tag vielleicht eine Stunde wo du dich mit Dingen beschäftigst, die dir nicht soviel Spaß machen.

Ich mach das so:
Es gibt für mich drei Haupt-Aufgaben Bereiche:

1. Musik machen und Unterrichtet
Das sind Aufgaben wie den Gitarrenunterricht vorbereiten. Songs für die Band vorbereiten. Das Repertoire pflegen.

2. Produkterstellung, Studio, Blog
Ich mache kleine Studioarbeiten, wie das Aufnehmen von Vokals oder Sprachaufnahmen. Manchmal ist auch ein kleiner Jingle dabei. Meinen Blog pflegen und Artikel schreiben.

3.Marketing-Strategien
Hier beschäftige ich mich mit „Wie und wo kann ich meine Produkte verkaufen“ -Und ja, alles was ich herstelle sind meine Produkte. Selbst ich bin das Produkt. Denn in den meisten Fällen verkaufe ich mich. Bitte nicht falsch verstehen. Mein Gitarrenunterricht ist zum Beispiel sehr Regional. Ich stelle mich bei Veranstaltungen als Gitarrenlehrer vor. Da ich mit meiner Band fast ausschließlich private Veranstaltungen spiele, pflege ich den Kontakt zu unseren Kunden.

So gibt es für mich, eine oder zwei Wochen, in denen ich nur Studioarbeit mache.
Ich lege mir das mit Absicht zusammen. Das ich im Modus „Studio“ arbeite oder im Modus „Blog“. Die Arbeit geht wesentlich schneller, als wenn ich mich immer wieder aufs Neue reindenken muss.
Die nächsten 3 Wochen sind dann Gitarrenunterricht oder Musik machen an der Reihe. Und dann beschäftige ich mich eine Woche nur mit Marketing. Wenn ich auf einem Seminar war, kann das schon mal 2 Wochen werden, um neue Dingen in Gang zu bekommen.

Dies geschieht, neben einem täglichen Workflow, welcher Üben, Sport und Familie beinhaltet. Erst vor kurzem, hat Denis Busch vom BassCoach , in einem Artikel geschrieben.

"Diskutiere nicht" sondern "Einfach machen". 

Setz dir ein Ziel, mach einen Plan und komme ins handeln. - Und zieh das durch! -

Ich finde, du als Musiker hast einen klasse Job, der wirklich zu 90% Spaß macht.
Sei dankbar dafür und hör auf zu jammern. Du hast es in der Hand wie dein Musiker-Business aussieht und wenn du nicht zufrieden bist. Dann ändere DU etwas.

Veränderung beginnt bei dir.

Was könntest du nun konkret tun:
Entscheide und verstehe was es bedeutet ein Unternehmer zu sein.
Triff dich mit Unternehmern: Als ich begonnen habe mich bei Unternehmertreffen sehen zu lassen, bekam ich mehr Gigs und mehr Schüler.  Viele haben von Musikern ein falsches Bild. Sie denken wir pennen bis mittags, machen nur Musik und saufen. Wiederlege dieses Bild und trete dort als Unternehmer auf. Das heisst nicht, das du einen Anzug und Krawatte anziehen sollst. Mach dir hochwertige Visitenkarten. Immer noch rufen mich Leute an, die ich bei einem Unternehmertreffen kennengelernt habe. Sie haben meine Visitenkarte und wenn es um das Thema Musik oder Band geht, bin ich der erste Anlaufpunkt. Auch befreundete Bands und Musiker konnte ich so schon mit einem Gig beglücken. Die meisten Bands wunderten sich über die hohen Gagen. Unternehmer zahlen gerne für absolute Top Qualität.
Mach dir ein Bild deiner Finanzen. Wo kommt dein Geld her?

Fazit:
Du hast den besten Job der Welt. Du hast die Begabung ein Instrument zu spielen. Finde eine einfache Lösung, um damit wirklich Geld zu verdienen. Schau dir an, welche Menschen in deiner Umgebung sind. Sind das Schwätzer oder Macher. Gehe auf Unternehmertreffen und lerne Unternehmer kennen.

Eins machst du richtig gut und das schätze ich sehr an dir, du liest meine Artikel. Leite doch diesen Artikel an einen Freund weiter, von dem glaubst, er sollte das mal lesen.

DANKE für deine Zeit. Ich bin begeistert, dass du den Artikel gelesen hast.

Hey, ich mag auch keinen Spam. Deshalb gebe ich deine E-Mail Adresse nicht weiter. Versprochen!

FOR A BETTER BUSINESS

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Foto:Pixabay


4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hey Jürgen,

    Du begibst dich ja bekanntlich gerne ins Minenfeld ;-).
    Von meinen Musikerkollegen weiß das jeder. Rechnungen schreiben, Steuererklärung machen, seriös auftreten etc. gehören zu jeder selbständigen Tätigkeit dazu! Stell dir vor, dir sagt ein selbständiger Schreiner, dass er einfach nur Tische bauen will und sonst nichts!
    Das sei ihm ja gegönnt, nur klappt es dann eben mit dem Business nicht.

    Schöne Grüße,
    Denis

    1. Hallo Denis,

      Danke für die Blumen.
      Meine Aufgabe ist es, Musikern zu zeigen das unternehmerisches Potenzial in ihnen steckt und das es nicht verwerflich ist, für wertschaffendes eine wertschätzte Bezahlung zu verlangen.

      Liebe Grüße
      FOR A BETTER BUSINESS
      JÜRGEN

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