Segeln und 10 Tools für mehr Gigs

Ich war segeln… und mein Segeltörn erinnert mich an Bands.

An einem feuchten Herbsttag machte ich mich auf den Weg nach Konstanz. Das sind ca. 3 Stunden mit dem Auto. Um pünktlich dort zu sein, durfte ich um 5 Uhr aufstehen. Egal, ich war so aufgeregt, denn es war mein erster Segeltörn. Schon lange schwirrt in meinem Kopf der Gedanke herum zu segeln. Ja sogar um die Welt zu segeln.

Was hat das mit Bands zu tun?

Vor 30 Jahren sah ich einen Gitarristen auf der Bühne. Ich weiss nicht mehr wer er war oder ob er gut spielte, doch an das Gefühl kann ich mich sehr gut erinnern. Das Gefühl von Begeisterung. Es fühlte sich an, als ob in mir ein Gummiband gespannt wird und ich es nicht erwarten konnte los zu lassen. Ja, das will ich und sah mich auf großen Bühnen stehen und die Menschen jubeln mir zu. Ich hatte keine Ahnung von Gitarren. Ich hatte nicht einmal eine in der Hand.

Ich bin angekommen.

Mit angekommen meine ich „JETZT“ kann ich das Gummiband loslassen. Ich traf vor 30 Jahren die Entscheidung „Ich bin Musiker“. Was das bedeutet war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Es fühlte sich nur „richtig“ an.
Ich leihte mir eine Gitarre und begann den Weg als Musiker zu gehen. Mein Ziel: auf Bühnen zu stehen, alle bewundern mich, was für ein wahnsinniger, virtuoser und charismatischer Gitarrist ich bin.

Nein, tut mir Leid das wird jetzt keine Superstar Geschichte.

Es ist Arbeit. Eine Arbeit die mir Spaß machte. Nachdem ich herausgefunden hatte, wo meine musikalischen Stärken liegen, ging es ziemlich schnell, um von der Musik leben zu können. Ich baute mir nach und nach mein Einkommen auf, bis ich mit meinem Musiker-Business kenterte. Meine Geschichte.

Ah ja, da sind wir wieder beim Segeln.

Bei meinem ersten Törn stellte sich ein junger Mann als Kapitän vor. Halb so alt wie ich, doch kam die Begrüßung von Herzen und absolut selbstsicher. Er zeigte mir, wie ich an Bord komme und die nächste Aufgabe war Segel setzen. Ja das ist es.
Ich wurde zum Vorschoter ernannt und mir wurde meine Aufgabe erklärt.
Nun ging es darum ein Ziel zu finden, das wir ansteuerten. Wir wollten zum Mittagessen am anderen Ufer des Sees sein. Unser Ziel konnten wir nicht geradlinig ansteuern, denn der Wind kam aus einer nicht sehr günstigen Richtung.

Es gab sogar eine Flaute und wir mussten das Boot in den Wind rudern. Es gab Phasen da redeten wir und es gab eine Zeit da hörten wir nur der Natur zu. Jeder für sich und ich spürte, dass jeder in diesem Moment glücklich ist. Wir erreichten unser Ziel und hofften für die Rückfahrt etwas mehr Wind zu haben.

Wie gut geht es dir?

Hast du in der letzen Woche ein paar Gigs an Land ziehen können?

Warum nicht?

Woran lag es?

Warst du nicht bereit dein Musiker-Business in den Wind zu paddeln?

Du hattest kein Ziel und wusstest nicht wie du die Segel setzen sollst?

Lass mich eine These aufstellen.

Es geht nicht um Gigs sondern um Geld. Du würdest gerne deine Miete, Versicherungen und dein Essen mit deiner Musik bezahlen. Anders gesagt, du verdienst Geld mit dem was du liebst. Deiner Musik.  
Nutzt du alle Möglichkeiten um Geld zu verdienen?
Bist du bereit dein Musiker-Business in den Wind zu paddeln…? was im übrigen recht anstrengend ist.

Kannst du dir vorstellen dein Ziel nicht geradlinig anzusteuern und es dennoch erreichen?

Nutzt du alle Werkzeuge deiner Band um näher an dein Ziel zu kommen?

Hörst du anderen zu?

10 Tools für dein Musiker-Business :

1.Live Gigs:
Hierzu gehören Gigs, bei denen es keine Gage gibt. Du allerdings viel Aufmerksamkeit erhältst. (Näheres findest du diesem Beitrag)

2. Gig-Plattformen:
Die Plattform funktioniert wie ein Booker. Du legst dein Profil an und die Plattform sucht Veranstalter die eine Band wie dich brauchen. Eine der bekanntesten ist Gigmit. Auf der Musicbiz Madness lernte ich Markus Rüssel kennen, einer der Gründer. Dieses Konzept ist ein win-win für beide Seiten.
Was hier ganz wichtig ist: Sehr gute Fotos, eine klare Aussage zu deiner Musik und auffallen.

3. Music Licensing:
Bestimmt hast du ein paar Songs in der Schublade, die starke Melodie haben, allerdings für einen Song zu wenig hergeben. Verkaufe deine Musik für Filme, Serien und Videospielen. Es gibt verschiedene Plattformen im Internet. Falls du einen Spezialisten zu diesem Bereich suchst, dann kann ich dir Julian Angel empfehlen.

4. GEMA:
Deine eigenen Songs solltest du bei der GEMA anmelden. Dafür musst du GEMA-Mitglied sein. Check das für dich und deine Band aus, ob es sinnvoll ist in der GEMA zu sein. Bei eigenen Songs ist es sehr anzuraten, da dir sonst Geld verloren geht. Trage bei der GEMA online die Songliste deiner Veranstaltungen ein. Veranstalter vergessen das sehr oft und dir geht dadurch Geld verloren.

5. YouTube:
Einnahmen aus YouTube Werbung. Wenn du einen YouTube Kanal hast, dann monetarisiere ihn. Dazu brauchst du ein Google-Adsense Konto und eine Content ID. Die bekommst du beispielsweise bei iMusician. Natürlich genügt es nicht nur einen YouTube Kanal zu haben. Traffic bekommst du von Facebook. Durch ein überlegtes Posten auf deiner Fanpage und deinem Profil, kannst du viel erreichen.



Wie plane und organisiere ich meinen Gig


6. E-Mail Marketing:
Hier gilt es die E-Mail Adressen deiner Fans zu erhalten, um mit ihnen eine vertrauensvolle und wertvolle Beziehung aufzubauen. Beim E-Mail´s einsammeln darfst du richtig kreativ sein. Als Beispiel: Verteile bei deinen Liveauftritten Gutscheine für einen Download deiner Songs oder einen Konzertmitschnitt. Diese erhalten sie indem sie ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. Hier weitere Infos

7. Streaming:
Ein sehr umstrittenes Thema für Musiker. Sei dabei und nimm die Einnahmen mit.

8. Merchandising:
4,00€ pro Besucher bei jedem Konzert, habe ich vor kurzem gelesen. Dabei ist vor allem auf gute Qualität der Produkte zu achten. T-Shirt die nach zweimal Waschen nur noch rumhängen sind keine gute Werbung für dich. Überprüfe, ob es sich lohnt ein Kreditkartenlesegerät zu kaufen. Die Preise für diese Geräte sind in den letzten Jahren gesunken, da es Anbieter für das iPad gibt. Als ich das vor kurzem auf dem Flohmarkt sah musste ich lachen. Doch die Dame erzählte mir, dass sie durch das Gerät 15% mehr Umsatz macht.

9. Du bist der Chef:
Das ist ein Modell das ich ebenfalls auf der Musicbiz Madness kennenlernte. Stell dir vor du bist der Kopf der Band. Du schreibst die Songs. Du produzierst die Songs. Du meldest diese bei der GEMA an. Der CD-Verkauf läuft über dich. All diese Einnahmen sind deine. Wenn du auf Tour gehst bekommen deine Musiker ihren Anteil von der Gage. Du solltest das natürlich klar kommunizieren. Das ist viel Arbeit die sich lohnt. Ein Modell für alle, die immer auf der Suche nach Musikern sind. Wenn du Musiker suchst, schau mal bei MyInstrument.

10. Shop auf deiner Homepage:
Nicht nur Merchandising, auch deine Vorverkaufskarten für deine Konzerte, kannst du hier verkaufen. Falls dir die Anbieter noch zu teuer sind, benutze ein PayPal Konto.  Mach eine Veranstaltung wertvoll. Wenn der „Eintritt frei“ ist, verkaufe Freikarten und du hast für deine E-Mail Marketing Liste zumindest die Adresse.

 

DANKE für deine Zeit. Ich bin begeistert, dass du den Artikel gelesen hast.

Hey, ich mag auch keinen Spam. Deshalb gebe ich deine E-Mail Adresse nicht weiter. Versprochen!

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Foto: Kelly Sikkema


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