Was hat Stephen R. Covey mit deiner Gage zu tun?


Du hast eine Anfrage von einem Veranstalter: Deine Band soll in einer Kneipe spielen. Bühne und PA: vorhanden. Gage: Keine!

Du kennt das.

Mit welchen Absichten und Argumentationen gehst du in die Verhandlungen mit dem Veranstalter? Wann weißt du, dass deine Verhandlungen erfolgreich waren? Hängt das von der Gage ab? Siehe Artikel

Nun, was hat Stephen R. Covey damit zu tun? Stephen Covey hat ein Buch geschrieben, welches 15 Millionen mal verkauft wurde.

Der Titel: - Die 7 Wege der Effektivität - Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg.

Also genau dein Thema.

Einer dieser Wege möchte ich dir heute vorstellen.

Ein bekannter Freund und Musiker von mir spielte in einer Band, die 200 Gigs im Jahr hatten. Die Standardbesetzung war zwei Musiker. Er spielte Cajon und war einer von fünf Cajonisten. Die Gigs wurden unter den Cajonisten aufgeteilt. Die Gage pro Auftritt lag bei ca. 300€. Alles gut! Bis er erfuhr, welche Gagen die beiden von den Veranstaltern bekamen. Nach einem Gespräch mit den beiden verließ er die Band. Warum sind die Verhandlungen gescheitert? Und was hat das alles mit Stephen R. Covey zu tun?

Nun, einer seiner Wege zur Effektivität heißt "Gewinn/Gewinn" und ist eine von sechs „Glaubenssätzen menschlicher Beziehungen“.
Für meinen Freund war es unmöglich, weiterhin mit diesen Musikern zu arbeiten, da sie andere Glaubenssätze hatten.
Ich stelle dir mal die sechs Glaubenssätze vor.

  • Den ersten hast du ja schon kennengelernt.
    "Gewinn/Gewinn".
  • Der zweite ist:
    "Gewinn/Verlust"
    Das ist wohl klar, was es besagt. Wenn ich gewinne, verlierst du. Dieser Glaubenssatz ist meist von der Familie geprägt worden. Nur wenn ich besser bin als die anderen, werde ich von meiner Familie geliebt. Auch beim Sport möchtest du immer die anderen schlagen, um zu gewinnen.
  • Der dritte Glaubenssatz lautet:
    "Verlust/Gewinn"
    Dieser Glaubenssatz ist im Geschäftsleben nicht sehr von Vorteil.
    Ich verliere, du gewinnst. Trampel auf mir herum und mach mit mir was du willst. Ich war schon immer der Verlierer. Ich tue alles, um ja keinen Streit zu haben. Diese Menschen werden sehr oft ausgenutzt und schlucken alle ihre Gefühle. Irgendwann läuft dann das Fass über und es kommt zu unkontrollierten Wutausbrüchen.
  • Der vierte Glaubenssatz ist:
    "Verlust/Verlust"
    d.h. zwei Personen die in Geschäftsverhandlung aufeinander treffen verlieren im allgemeinen beide durch ihre Sturheit und dadurch, dass sie dem anderen nichts gönnen. Stephen R. Covey schreibt in seinem Buch eine witzige Geschichte, in dem in einer Scheidung der Richter den Ehemann dazu verurteilt, seine ganzen Vermögenswerte zu veräußern und der Frau die Hälfte geben muss. Er verkaufte das Auto im Wert von 10.000€ für 50,00€ und gab der Frau 25,00€.
  • Der fünfte Glaubenssatz ist:
    "Gewinn"
    Menschen mit dem "Gewinn" Glaubenssatz möchten für sich gewinnen und gehen davon aus, dass der Partner für seinen Gewinn selbst verantwortlich ist. Wenn du nun in Verhandlungen mit Veranstaltern bist, versuche dich hineinzuversetzen, welche Glaubenssätze bei dir vorherrschen und mit welchen Motivationen bzw. Absichten du in die Verhandlungen trittst. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es für keine der aufgeführten Glaubenssätzen eine bessere oder schlechtere gibt. Es gibt sie einfach.
  • Der optimalste und der sechste Glaubenssatz ist:
    Gewinn/Gewinn oder kein Geschäft
    Vielleicht hast du schon ein mal von win / win Situationen gehört. Doch glaube ich, dass viele win win Situationen faule Kompromisse sind... z.B. unsere Politiker, die mit der Opposition faule Kompromisse aushandeln und sich einer der Parteien  über den Tisch gezogen fühlt... Aus diesem Grund ist für mich "Gewinn/Gewinn oder kein Geschäft" eine sehr gute Möglichkeit mit Veranstaltern zu verhandeln. Denn wenn jeder das beste aus dem Geschäft herausholen will und keiner zu Kompromissen bereit ist, ist es manchmal am besten kein Geschäft zu tätigen.

Das hat zwei Vorteile: Zum einen der Respekt deines Geschäftspartners gegenüber und zweitens sich offen zu halten, um zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Geschäft zu tätigen.

Um zu unserer Anfrage vom Anfang des Artikels zurückzukommen: Nach langen Verhandlungen mit dem Veranstalter kam ich mit ihm zu keinem Ergebnis, bei dem ich ein gutes Gefühl hatte und so machte ich mit ihm kein Geschäft.
Der Veranstalter hatte auch Verständnis für meine Forderungen. Genau dieser Veranstalter vermittelt mir, in regelmäßigen Abständen, Auftritte im privaten Bereich, die meinen Gagenvorstellungen entsprechen. Mit welchem Glaubenssatz führst du Gespräche mit Familienmitgliedern, Bandmitgliedern und Geschäftspartnern?

Seitdem ich das Buch gelesen habe, verfolge ich im privaten sowie im geschäftlichen Bereich die Gewinn/Gewinn oder kein Geschäft-Strategie.

Schreib mir deine Erfahrungen hier unten in die Kommentare.

DANKE für deine Zeit. Ich bin begeistert, dass du den Artikel gelesen hast.

Hey, ich mag auch keinen Spam. Deshalb gebe ich deine E-Mail Adresse nicht weiter. Versprochen!

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